Hans Hauptner gründete 1857 ein Geschäft mit Kellerwerkstatt. Anfangs als Einmannbetrieb tätig, belieferte er Ärzte, Tierärzte und Landwirte mit Instrumenten und Hilfsmitteln. Schon früh spezialisierte er sich auf tierärztliches Instrumentarium, das großes Interesse bei den Dozenten der Berliner Tierarzneischule fand. Der Betrieb wuchs rasch: Bereits 1864 beschäftigte Hauptner zehn Arbeiter. Nach sieben Jahren zog Hauptner mit seiner Kellerwerkstatt in größere Räume eines neu erworbenen Hauses. Dort widmete sich Hauptner vor allem der Produktion der 1868 erfundenen Pferdeschere mit Kammsystem - dem Vorläufer der heutigen Pferdeschermaschinen.
Die Firma Hauptner erlangte 1896 auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung höchste Anerkennung und erhielt 1900 bei der Weltausstellung in Paris den "Grand Prix". Nach dem Tod des Gründers 1901 führte Rudolf Hauptner, einziger Sohn von Hans Hauptner, das Unternehmen in eine neue Ära: moderne Fertigungsmethoden, Ausbau des veterinärmedizinischen Instrumentariums und internationale Erfolge. 1916 entstand ein neues Werk in Solingen, das trotz Krieg und Inflation den Grundstein für weiteres Wachstum legte. Bis 1945 beschäftigte Hauptner rund 550 Mitarbeitende und behauptete seine führende Stellung in der Tiermedizin weltweit.
Nach dem Krieg verlor Hauptner seine Zentrale, die mit den meisten Warenvorräten im Ostteil der Stadt lag. Die großen Gebiete der Tierzucht in den östlichen Ländern waren abgeschnitten. In der Landwirtschaft erfolgte eine rasante Umstrukturierung auf Motorbetrieb, Pferde- und Kleinviehhaltung gingen stark zurück. Hauptner, nun nur noch in Solingen aktiv, kämpfte ums Überleben, erholte sich aber unter den Gesellschaftern Konrad und Hans Hauptner (Söhne von Rudolf Hauptner).
Die Viehbestände Europas waren kriegsbedingt starkt verseucht. Die großangelegte Bekämpfung von Tuberkulose, Brucellose und Leukose begann - un damit wuchs die Nachfrage nach Hauptner-Produkten: Tausende Tuberkulin-Spritzen, Kutimeter, Anschneidescheren, Nasenzangen und Millionen Ohrmarken wurden europaweit benötigt. Bereits um 1910 hatte Rudolf Hauptner die Crotalia-Metall-Ohrmarke entwickelt, die lange das führende Kennzeichnungsmittel war. In den 1940er-Jahren folgte die verbesserte, elegante Supercrotal-Ohrmarke, sich in der beginnenden Seuchenbekämpfung durchsetzte. Zusätzliche Großaufträge aus Übersee stärkten das Unternehmen. 1962 erfolgte der Erwerb der Firma Richard Herberholz in Wuppertal, seit 1891 Ohrmarkenproduzent.
Nach der Fusion beider Firmen entwickelte sich Hauptner-Herberholz erfolgreich weiter. Heute liegen die Produktionsschwerpunkte bei Kunststoffohrmarken, Spritzen, Nasenringen, Schermaschinen und speziellen Veterinärinstrumenten. Ein Großteil des Produktprogramms wird in Solingen gefertigt und von dort aus vertrieben. Die Exportquote beträgt fast 80 Prozent und geliefert wird in über 100 Länder der Welt.

