Die Wurzeln der Firma Dollé reichen zurück bis ins Jahr 1868, als Emile Oscar Dollé in Gevigny ein Familienunternehmen zur Herstellung von Landmaschinen gründete. 1906 schloss sich das Unternehmen mit Auguste Calley zusammen und firmierte fortan als offene Handelsgesellschaft unter dem Namen Établissement Dollé-Chaubey et Cie.
Zwei Jahre später, 1908, verlegte die Firma ihren Sitz nach Vesoul. Die Leitung der neuen Fabrik übernahm 1909 Victor Dollé, Sohn des Firmengründers. Bereits 1912 erreichte die Produktion beachtliche Stückzahlen: 2.500 Mähwerke, 300 Mähdrescher, 300 Binder, 1.000 Brabanter Pflüge und ein Vielzahl weiterer Geräte. Während des Ersten Weltkriegs stellte das Unternehmen auch militärische Ausrüstung her.
Die Zahl der Beschäftigten stieg von 60 im Jahr 1909 auf 150 im Jahr 1918 und erreichte um 1950 etwa 500 Mitarbeiter. 1919 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und firmierte fortan nur noch unter dem Namen Dollé.
1921 verfügte der betrieb über eine Gießerei, Schmiede, Lackiererei sowie eine große Werkhalle mit Tischlerei, Montage, Dreherei, Werkzeugbau und Verwaltungsbüros. Eine eigene Werkstatt war der Herstellung von Brabanter Pflügen gewidmet. In den 1920er-Jahren erfolgte eine Erweiterung der Werkstätten, und 1929 wurde eine eigene Lehrwerkstatt gegründet.
Eine Werbeanzeige aus dem Jahr 1949 bezeichnete Dollé als "die größte französische Fabrik für Landmaschinen". Dennoch musste der Betrieb im Mai 1953 schließen. Ab 1955 verschwand die Marke Dollé endgültig vom Markt. Das Gelände wurde von verschiedenen Tochtergesellschaften der Peugeot-Gruppe übernommen, die dort bis heute (2025) ansässig sind.
