Welger

Die Familie Welger ist schon seit 1856 in der Landtechnik-Branche aktiv: In diesem Jahr eröffnete Gottfried Welger in Seehausen in der Magdeburger Börde eine Schlosserei, in den 1890ern ein Landmaschinenwerk. Diese übernahmen später seine Söhne Carl und Emil, während die jüngeren Brüder Franz und Gustav 1899 ihr eigenes Unternehmen gründeten, die Maschinenfabrik Gebrüder Welger in Wolfenbüttel.

Ziel von Franz und Gustav Welger war die Entwicklung und Produktion von automatischen Strohpressen für die Landwirtschaft. 1901 brachten sie ihre erste selbsttätig bindende Presse auf den Markt. In den folgenden Jahren erhielten die Brüder mehrere Patente für verschiedene Arten von Pressen. In den 1950er Jahren begann Welger zusätzlich mit dem Bau von Stalldungstreuern und Ladewagen, ab 1970 wuchs der Bedarf an stationären Pressen für den Recycling-Bereich.

Die 1985 vorgestellte Großballenpresse Delta 5000 übertraf alles zuvor Dagewesene. Im Welger-Werk brummte es. 1100 Mitarbeiter und ein Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe machten übermütig.

1994 musste die Familie Welger sich schließlich aus dem Betrieb zurückziehen und der niederländische Lely-Konzern (siehe hier) übernahm diesen. Doch die Abwärtsspirale kam damit nicht zum Stillstand und der Eigentümerwechsel setzte sich fort. Zehn Jahre später machte Welger sich zwar mit Hilfe einer privaten Investorengruppe wieder unabhängig, doch 2008 übernahmen Lely und die amerikanische Vermeer Company wiederum die Landtechnik-Sparte des Unternehmens. Das alles deutete auf ein Ende hin, wäre da nicht die hervorragende Qualität der Welger-Pressen. Aus diesem Grund übernimmt die AGCO das Unternehmen und integriert den Pressenspezialisten in den AGCO-Verbund.

Außerdem besteht noch die Welger Recycling Engineering GmbH in Wolfenbüttel. Ehemals als Tochterfirma der Welger GmbH produziert das Unternehmen heute eigenständig Verdichtungstechnik und verkauft diese weltweit.