VEB Landmaschinenbau "Rotes Banner"

Ursprung des Betriebes ist ein 1861 gegründetes Unternehmen, das ab 1875 den Namen „Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen Firma Franz Richter“ führte. Diese Firma entwickelte sich in der Folgezeit mit einem breiten Erzeugnissortiment, darunter Pflüge, Eggen, Drillmaschinen, Kartoffelroder, Heuwender, Grasmäher, Rübenschneider und Dreschmaschinen zu einem bedeutenden Landmaschinehersteller.

1946 erfolgte die Enteignung und Überführung in Volkseigentum. Ab 1947 wurden wieder Landmaschinen produziert. 1948 erhielt die Landmaschinenfabrik den Namen VEB Landmaschinenbau „Rotes Banner“ Döbeln und wurde mit ihren etwa 400 Beschäftigten dem zentral geleiteten Landmaschinenbau der DDR zugeordnet und ab 1953 für die Entwicklung und Produktion von Landtechnik profiliert. Schwerpunkt waren Erzeugnisse für die Rübenernte und ab Ende der 1950er Jahre Mobillader und –bagger.

Von 1970 bis 1978 gehörte der Betrieb zum Weimar-Kombinat. Mit der Zuordnung einer Reihe kleiner Betriebe stieg die Zahl der Beschäftigten bis Mitte der 1970er Jahre auf  etwa 1.000. In der Folgezeit wurden in Döbeln vor allem Baugruppen, darunter auch die Kabinen, für die Finalproduktion des selbstfahrenden  Zuckerrübenrodeladers in der Ukraine hergestellt. Dazu kamen die Kabinen für die Traktorenproduktion in Schönebeck sowie Mineraldüngertreuer und Streuer für den Straßenwinterdienst.

1985 erfolgte der Zusammenschluss des Landmaschinenbau Döbeln mit dem Dämpferbau Lommatzsch zum VEB Landmaschinen- und Dämpferbau Döbeln. Haupterzeugnisse des Betriebes Lommatzsch waren mobile und stationäre Dämpfanlagen sowie Maschinen und Ausrüstungen für die Aufbereitung von Kartoffeln und für die Fütterung.

In dieser Formation hatte das Unternehmen Ende der 1980er Jahre etwa 1.220 Beschäftigte, von denen 630 im Hauptwerk Döbeln und 460 im Werk Lommatzsch und 130 in den Betriebsteilen tätig waren.

Aus dem Werk Döbeln entstand 1990 die Firma Matec GmbH, die sich vor allem in der Entwicklung und Produktion von Fahrerkabinen für Land- und Baumaschinen betätigte. Aus dem Lommatzscher Werk ist die Lomma GmbH entstanden, die mit wechselndem Erfolg weiterhin in der Landtechnik, vor allem auf dem Gebiet Spezialanhänger, tätig war. 

Mit freundlicher Unterstützung von Dr. Klaus Krombholz