Tröster (Hassia)

Tröster ist eine der ältesten deutschen Drillmaschinenfabriken. Bereits 1881 begann Andreas Jakob Tröster gemeinsam mit fünf Mitarbeitern in Butzbach mit der Herstellung von Göpeln und Schrotmühlen. Zum ersten Erfolgsprodukt der Firma entwickelte sich die 1892 fertig entwickelte Drillmaschine mit der Markenbezeichnung "Hassia". Die Produktpalette wurde schnell erweitert und so bot Tröster Anfang der 1930er Jahre zusätzlich Rübenschneider, Ackerwalzen und Pflanzlochmaschinen an.

Der Erfolg hielt an. Im Jahr 1942 wurde die 100 000. Drillmaschine verkauft und nach dem Zweiten Weltkrieg, der Werk zur Hälfte zerstört hatte, konnte mit neu entwickelten Vielfachgeräten weiter gearbeitet werden (um 1950).

Weitere Meilensteine legte das Unternehmen 1953 mit der ersten europäischen Schlepper Anbaumaschine, einer Kartoffel Legemaschine 1954, einem Kartoffelvollernter 1958, und pneumatische Einzelkornsämaschinen im Jahr 1971. 1980 hatte das Unternehmen, das in der Zwischenzeit in die "Hassia Maschinenfabrik GmbH" umfirmierte, mit seinen Filialen in Alsfeld, Ilbenstadt & Lindenholzhausen 600 Mitarbeiter und konnte im selben Jahr 375 000 Landmaschinen verkaufen.

Im Jahr 1991 musste Tröster Insolvenz anmelden und die neu gegründete Firma Hassia-Maschinenfabrik GmbH & Co. KG wurde von der dänischen Cormall Holding A/S in Soenderborg übernommen (Konkurs 1995) und später, unter den Nachfolgefirmen Lemken Hassia Drilltechnik GmbH und Netacgo, ganz aufgelöst.

Auf dem Gelände des einst so erfolgreichen Unternehmens befinden sich heute Supermärkte und Pflegeheime, lediglich die denkmalgeschützte rote Backsteinfassade von 1929 erinnert an die Existenz der Hassia Maschinenfabrik.