Scheven, Gebrüder

Die Firma Gebrüder Scheven in Teterow gehörte zuletzt den Unternehmern Ernst-Friedrich und Hermann Scheven. Als jedoch nach dem 2. Weltkrieg in der sogenannten DDR die Sozialisten die Führung der Wirtschaft übernommen hatten, flüchteten die Brüder Scheven in den Westen. Daraufhin beschloss der Teterower Rat, den Privatbetrieb "Gebrüder Scheven"  in "VEB Apparatebau- und Maschinenfabrik Teterow" umzugestalten.

Bis ca. 1958 stellte das Unternehmen vor allem Brücken- und Streuhäuser für die Werft in Stralsund. Außerdem produzierte das Unternehmen Torfkraftstecher, Förderbänder und Graugußerzeugnisse. Allerdings entschied man sich im Jahre 1951 dazu, die Gießerei zu schließen. Fortan nutze man die Räumlichkeiten für die Fertigung von Drehtischen.

Mitte der 1950er Jahre wurde die Produktion auf landwirtschaftliche Maschinen umgestellt. Zur selben Zeit wurde der Kalkstreuer vorwiegend  in Holzkonstruktion gefertigt. Bis 1960 wurde davon 2.520 Stück ausgeliefert, Ende der 1950er Jahre kamen Kartoffelvollerntemaschinen zur Produktionspalette hinzu, die allerdings aufgrund der Produktionskapazitäten nicht in Teterow gefertigt werden konnten. Strohpressen wurden zusammen mit dem Kombinat Fortschritt in Neustadt hergestellt.

Ab 1960 stellte der Betrieb ausschließlich landwirtschaftliche Maschinen her. Die vorgeschriebenen Stückzahlen betrugen 1.000 Anbaustrohpressen sowie 1.150 Krautschläger. Exportiert wurde in die damalige CSSR und nach Ungarn. Dadurch hatte das Unternehmen einen wesentlichen Anteil am Exportvolumen des Bezirks Neubrandenburg.

Von 1960 bis 1963 wurden zudem Seilwinden für die Forstwirtschaft gefertigt: Ein Typ als Anbauwinde für den Antrieb durch die Zelle, und ein mit Eigenantrieb zum Aufbau auf den Langholzanhänger, um Baumstämme aufzuladen.

In Verbindung mit der VVB Landmaschinen Leipzig wurden weitere Aufträge übernommen, aus denen sich umfangreiche Exportlieferungen entwickelten. Dadurch entstanden Krautschläger und Schleuderrad-Düngerstreuer. Diese wurden in großen Serienproduktionen von 4.000 - 5.000 Stück jährlich hergestellt. Der Betrieb entwickelte sich zu einem wichtigen Exporteur, dessen Exportvolumen im Jahr 1963 auf 64% des Gesamtproduktionsvolumens anstieg

Überwiegend wurden Düngestreuer exportiert. Im selben Jahr allerdings wurde die Schmiede geschlossen und nur drei Jahre später die gesamte Landmaschinen - und Zivilproduktion. Betrieb gliederte sich in das VEB Reparaturenwerk Neubrandenburg ein. Mit der Wende 1989/90 schloss dieses Werk ebenfalls.