Richter, Friedrich

Die Ursprünge dieser Firma liegen weit zurück. Johann Friedrich Richter übernahm 1824 die väterliche Schmiede in Camern, die er wiederum 1860 an seinen ältesten Sohn Friedrich (Fritz) Richter übergab. Schon 1861 lieferte der von dort die erste selbstgebaute Breitdreschmaschine für Göpelbetrieb aus und vergrößerte die Firma 1875 schließlich zu einer Maschinenbauanstalt für Dresch- und Häcksel-Maschinen und Pflüge mit Sitz in Rathenow mit Namen Friedrich Richter & Co. Unterstützt wurde er von den jüngeren Brüdern Wilhelm und Christian Friedrich (C. F.) und später auch Otto und Ferdinand. 1879 kam eine eigene Eisen- und Metallgießerei dazu, deren Erzeugnisse später auch außerhalb der Landwirtschaft Verwendung fanden und der Firma als zweites Standbein dienten. Hauptgeschäft waren allerdings auch hier Dreschmaschinen in verschiedensten Ausführungen, Pflüge, Häcksel- und Reinigungsmaschinen, Strohpressen, Drillmaschinen, Eggen, etc. Seine Maschinen wurden mit vielen Auszeichnungen auf landwirtschaftlichen Ausstellungen prämiert. 1896 trat der Schwiegersohn Franz Peters in das Unternehmen mit ein – er soll später zu dem Bruch zwischen den Richter-Brüdern geführt haben. 1900 wurde eine Zweigniederlassung in Weimar eröffnet, eine weitere in Neustrelitz und später noch eine Hauptvertretung in Stettin. 1910-12 wurde die Fabrikation in Rathenow modernisiert und auf Dreschmaschinen konzentriert, während Weimar sich auf die Produktion von Antriebsmotoren des Markennamens „Fruc“ (Friedrich  Richter u. Co) spezialisierte. 1913 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Den 1. Weltkrieg überstand die Firma dank umfangreicher Heeresaufträge unbeschadet. Franz Peters leitete sie noch bis 1920. Alleiniger Vorstand war seit 1925 dann Guido Richter aus München.  Es bestehen wenige Informationen zum weiteren Schicksal der Firma. In der Wirtschaftskrise ist sie angeblich insolvent geworden. Es gab aber anscheinend eine Nachfolgefirma, die Richter-Rathenow Landmaschinenfabrik GmbH, mit reduziertem Produktionsprogramm und Betonung auf Reparaturbetrieb und Landmaschinenhandel. Der letzte schriftliche Beleg dieses Unternehmens stammt von 1944.

 

 

Sie haben Interesse an Details? Es gibt eine Dokumentation der Unternehmensgeschichte: Dr. Bernd Richter (Autor), “Landmaschinen für Brandenburg - Die Geschichte der Familie C. F. Richter, Brandenburg a. d. Havel, Bd. 1”. Erschienen im Oktobrer 2014 im BoD-Verlag, Norderstedt. ISBN 978-3-7357-5164-5.