Meys, Joseph

1881 gründete Joseph Meys die „Joseph Meys & Co. Fabrik landwirt­schaftlicher Maschinen“. Er beginnt mit der Herstellung von Mähmaschinen, Dreschmaschinen, Hächselmaschinen, Rübenschneidern und Jauchepumpen, mit etwa 10 Arbeitern.
Ab 1892 Joseph Meys fertigt Milchentrahmungsmaschinen, sogenannte Zentrifugen, nach dem Patent Melotte.

1910 umfasst das Fertigungsprogramm der Firma Meys: Mähmaschinen, Heuwendemaschinen, Göbelwerke zum Antrieb von Maschinen, Handdreschmaschinen, Dreschmaschinen für Göbelbetrieb, Breitendreschmaschinen, Rübenschneidmaschinen, Jauchepumpen, Milchseperatoren, Butterkneter und Butterfässer. Für die meisten Geräte besitzt die Firma Patente.

Im Jahre 1913 hat die Firma 212 Beschäftigte. In London unterhält die Firma Meys ein „Zweiggeschäft“. 1920 hat die Firma Meys 185 Arbeiter.

1925 werden „Spezialmaschinen für die Milchwirtschaft“ hergestellt, und zwar Separatoren (Zentrifugen), Butterfässer und Butterkneter für Hand- und Transmissions- oder direkten elektrischen Antrieb. 1933 lautet der Werbespruch: „Man macht mit MEYS manche Mark mehr aus der Milch!“.

1936 erhält auf der Reichsnährausstellung in Frankfurt am Main der Saatenreiniger „Meys“ die bronzene Preismünze. 1937 erhält auf der Reichsnährausstellung in München der Kurz-Nass-Beizer „Meys“ die Auszeichnung „neu und bemerkenswert“.

1938 tritt Dr. Alfons Ross in die Geschäftsführung ein, das Unternehmen hat 115 Mitarbeiter.

Auf der Reichsnährstandsausstellung in Leipzig 1939 wirbt Meys mit der Herstellung und Vertrieb von Maschinen der Firma Mayfahrth aus Frankfurt.

1942 werden im Herstellungsprogramm aufgeführt: Saatreiniger, Saatbeizer, Drillmaschinen, Viehfutterdämpfer, Maisrebber, Maisdrescher, Maisentlieschmaschinen, Milchentrahmer, Butterfässer, Butterkneter, Elektro-Hausmolkereien und Blutseperatoren.

1947 ist Gesellschafterin Frau Maria Klefisch geborene Meys und deren Erben und der Gesellschafter Dr. Alfons Ross. Die Witwe Maria Klefisch heiratet Dr. Alfons Ross.

1953 erfolgt eine wichtige Umstellung in der Fertigung. Statt landwirtschaftlicher Maschinen werden nun Heißölumluftkessel und Hochtemperaturanlagen, besonders für die chemische Industrie entwickelt. Ein anderer Zweig bilden Hemden- und Kittelpresseneinsätz für Wäscherei- und Reinigungsbetriebe.

1957 wird die Firma umbenannt in „Dr. Ross GmbH, vormals Joseph Meys & Comp. GmbH“, Dr. Ross ist alleiniger Gesellschafter.

1976 wird dann die Produktion eingestellt. 1979 werden die Geschäftsführer Dr. Ross und Maria Ross abberufen. 1980 wird die Firma aufgelöst.

1988 ist die Liquidation beendet und die Firma erloschen. Das von Joseph Meys gegründete Unternehmen besteht nicht mehr.

Nach dem Konkurs erwirbt die Stadt Hennef das Gelände und eine noch bestehende Halle.
Heute sind in der renovierten Halle ein Veranstaltungssaal, die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv und die Feuerwehr der Stadt Hennef untergebracht.