Meyer, Arnold, Twist

Im Jahre 1913 gründete der Maschinenbaumeister Arnold Heinrich Meyer  in Twistringen eine »Schlosserei und Reparaturwerkstatt mit Motorbetrieb«, um dort für die aufblühende Strohindustrie seiner Stadt Strohhülsennähmaschinen, Strohschneider, Strohhülsenpressen sowie Kopfbinde- und Abschermaschinen zu fertigen.

Als herausragende Meyersche Innovation dieser Zeit gilt die Entwicklung des Rundnähverfahrens, das bei den Strohhülsennähmaschinen zum Einsatz kam.

Diese Maschinen zur Produktion sogenannter »Malotten« (Verpackungsmaterial für Flaschen) wurden vor allem im hiesigen Raum verkauft, aber auch damals schon weltweit exportiert. Größter Malottenkunde war die Getränkeindustrie, u. a. die Firma Becks & Co. aus Bremen.

Als in den späten 50er Jahren der Kunststoff seinen Siegeszug durch die Welt der Verpackungstechnik antrat und mit dem vermehrten Einsatz von Mähdreschern in der Landwirtschaft das klassische Langstroh nahezu verschwand, musste sich die Twistringer Strohindustrie neu orientieren. Bei A.H. Meyer rückte die Konstruktion neuer Maschinen zur Verwertung von Pressstroh und anderer Naturfasern (Holzwolle, Jute, Kokos, Heu, Flachs, Hanf, Mineralwolle) immer mehr in den Vordergrund.

In den 60er Jahren besann sich das Unternehmen auf den Nutzwert von Stroh in Nischenprodukten, die gleichwohl erfolgreich waren (und zum Teil heute auch noch sind). Durch Innovationen wie beispielsweise strohummantelte Drainagerohre, Erosionsschutzmatten, Folien- und Isoliermatten, Strohmatratzen, Sichtschutzmatten oder Verpackungsbandagen eröffneten sich ganz neue Märkte für den altbekannten Rohstoff.

A.H. Meyer entwickelte zahlreiche Produktionsverfahren, die größtenteils auch zum Patent angemeldet wurden .

1969 gründete Hans Roess die Firma »Twistringer RBM Dränfilter«. Dies war ein entscheidender Schritt für die weitere erfolgreiche Entwicklung der Unternehmensgruppe; von nun an konnte mit den von A.H. Meyer gebauten Maschinen auch selbst gefertigt werden.

Seit 1994 wird die Unternehmensgruppe in der nunmehr dritten Generation von den Brüdern Hans-Günter und Thomas Roess geleitet, die vor allem den strategischen Ausbau des Unternehmensverbundes und die eigenständige Erschließung weltweiter Märkte mit Fertigprodukten und den entsprechenden Maschinen vorantreiben.