Mayfarth

Die Firma Mayfarth wurde 1872 als Landmaschinenhandlung und Reparaturwerkstatt gegründet. Schnell entwickelte sich der Betrieb zu einem Landmaschinenhersteller, der 1903 in Fechenheim moderne Produktionsstätten zur Fertigung von landwirtschaftlichen Maschinen und hydraulischen Pressen errichtete.

Der Erste Weltkrieg brachte schwere Verluste mit sich. 1938 wurden alle Werkstätten einschließlich der Gießerei von der Maschinenfabrik vorm. Ph. Mayfarth & Co. G.m.b.H. erworben, nachdem im gleichen Jahre die Geschäftsanteile von der Frankfurter Maschinenbau A.G. vorm. Pokorny & Wittekind übernommen worden waren. Die Firma stellte ihre Produktion auf Kriegsgeräte um. In den Jahren 1943-45 wurden zwei Fabrikationsgebäude und Lagerhallen vernichtet. In der noch erhaltenen Gießerei konnte die Maschinenfabrik vorm. Ph. Mayfarth & Co. G.m.b.H., Frankfurt-Fechenheim, als selbständiger Zweig der Maschinenbau A.G. vorm. Pokorny & Wittekind die Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufnehmen. Sie lieferte Guß an namhafte Unternehmen, besonders Motoren- und Kompressorguß, Zylinder, Zylinderköpfe, Kurbelgehäuse, Kolben für Dieselmotoren und Kompressoren. Außer dem Standort in Frankfurt-Fechenheim besaß die Firma mindestens eine Fabrik in Wien. Das Produktprogramm im Landmaschinensektor umfasste Weinpressen, Schrotmühlen, Häcksler, Grasmäher, Sämaschinen und große Dreschmaschinen. In Frankfurt konzentrierte man sich besonders auf Sämaschinen, die in Deutschland und auch international unter dem Namen Neu-Gutsaat und Neu-Libelle verkauft wurden.

Die Inhaberfamilie Mayfarth war jüdischer Abstammung und musste ihr Unternehmen gezwungenermaßen vor dem Zweiten Weltkrieg verkaufen. Ihre Sämaschinen wurden noch eine Weile in Hennef (Rheinland) produziert, bevor sie endgültig vom Markt verschwanden.