Mayfarth

Die Firma Mayfarth wurde 1872 in Bornheim bei Frankfurt am Main als Handelsgesellschaft für importierte Landmaschinen und Reparaturwerkstatt durch den Frankfurter Kaufmann Philipp Mayfarth zusammen mit dem jüdischen Unternehmer Samuel Moser gegründet. Bereits 1975 verließ Namensgeber das Unternehmen und Samuel Moser wurde alleiniger Inhaber. Moser besaß außerordentliches Verkaufsgeschick, dem es zu verdanken war, dass er 1877 eine erste Zweigniederlassung in Insterburg (Ostpreußen) errichten konnte.

1881 erfolgte mit der Fabrikvergrößerung der Schritt zu einem Großbetrieb – Ph. Mayfarth und & Co. nahm die eigene Produktion von Häcksel- und Dreschmaschinen auf. 1887 wurde eine eigene Gießerei in Betrieb genommen und 1910 wurden in Ferchheim moderne Produktionsstätten bezogen.

Parallel zum Ausbau des Stammsitzes in Frankfurt expandierte die Firma Mayfarth 1881 nach Wien, 1884 nach Posen, 1886 nach Osnabrück, 1887 nach Berlin, 1906 nach Breslau und Leipzig sowie 1910 nach Köln. Aber auch im europäischen Ausland fanden die qualitativ hochwertigen Maschinen der Firma Mayfarth Anklang: Seit 1900 gab es eine Niederlassung in Minsk (später Moskau), 1903 wurde Paris eröffnet, 1908 London und 1909 Mailand.

Der Erste Weltkrieg mit der Isolation von den Europäischen- und Weltmärkten brachte schwere Verluste mit sich. 1915 wurde das Werk in Wien vom Stammhaus gelöst und in Frankfurt übernahm 1917 nach plötzlichem Tod des Gründers der Sohn Leo Moser die Unternehmensleitung. Mit dem Ende des ersten Weltkrieges gingen alle ausländischen Niederlassungen, Warenbestände und Grundstücke verloren und auch die Niederlassung Insterburg wurde verkauft, Posen geschlossen.

Mit neuen Absatzmärkten in Südamerika machte das Unternehmen weiter. Sie produzierten mittlerweile Pflüge und Sämaschinen (unter dem Namen Neu-Gutsaat und Neu-Libelle bekannt), Kartoffelernte- und Dreschmaschinen sowie Futter­bearbeitungsmaschinen und Mühlen. Eine zweite Abteilung produzierte Obst- und Weinpressen, sowie allerlei andere hydraulische, Hand- und Motorpressen.

Im Dritten Reich kam die jüdische Familie Moser immer mehr in Bedrängnis und so wurde auf Betreiben von Gläubigerbanken die Firma  in die „Maschinenfabrik vorm. Ph. Mayfarth & Co. GmbH“ umgewandelt. 1938 kaufte die „Frankfurter Maschinenbau AG vorm. Pokorny & Wittekind“ die gesamten Geschäftsanteile auf. Der Noch-Inhaber Leo Moser wurde in diesem Zuge aus seiner Firma ausgesperrt, in der Reiskristallnacht verhaftet und ins KZ Buchenwald gebracht. Es gelang ihm dennoch, 1941 nach Kuba zu emigrieren.

Die Firma verkaufte seine komplette Landmaschinenproduktion, produzierte nunmehr die Zulieferung für Kompressoren und Druckluftwerkzeuge, bevor sie ihre Produktion auf Rüstungsgüter umstelle. Im Krieg kam es zu schweren Schäden am Werk, dass lediglich die Gießerei nach Kriegsende in Betrieb blieb. Die Frankfurter Maschinenbau AG wurde 1955 von der DEMAG, der deutschen Maschinenbau AG, übernommen, die die Gießerei Mayfarth noch bis zur Schließung 1968 fortführte.