Massey-Ferguson

Die Firma Massey-Ferguson entstand aus der Fusion des kanadischen Landmaschinenherstellers Massey-Harris und dem irischen Unternehmen Harry Ferguson Limited.
Die Wurzeln von Massey-Ferguson reichen bis ins Jahr 1847, als Daniel Massey in Newcastle (Ontario, Kanada) die Massey Manufacturing Company gründete. Im Jahre 1891 fusionierte sein Unternehmen schließlich mit dem von Alanson Harris gegründeten Unternehmen A. Harris and Son Implement zur Massey-Harris Company Limited.


Der Mechaniker Harry Ferguson gründete inzwischen (1911) in Belfast (Irland)das Unternehmen May Street Motors, welches später zur Harry Ferguson Limited wurde. Dort begann er, sich mit landwirtschaftlichen Geräten zu beschäftigen und nach Ende des Ersten Weltkriegs auch mit der Konstruktion von Traktoren mit einer bis dahin einzigartigen Dreipunkthydraulik. Bis 1937 fertigte David Brown diese für Ferguson. Als diese Kooperation zerbrach, wechselte Ferguson in die USA und kooperierte dort mit der Firma Ford, die allerdings 1945 die Produktion landwirtschaftlicher Geräte einstellte. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Ferguson deshalb nach Großbritannien zurück, wo nun die Standard Motor Company in Coventry seine Traktoren in Serie produzierte.


Im Jahre 1953 fusionierte schlussendlich die kanadische Massey-Harris Company mir der britischen Harry Ferguson Limited, der gemeinsame Hauptsitz der „Massey Harris Ferguson“ lag nun in Toronto. Das neue Unternehmen trug nun (1958) den Namen „Massey Ferguson Company“. Ferguson selbst verließ die Firma allerdings im Jahr 1954, um mit seiner zweiten Firma „Ferguson Research“ Rennwagen zu entwickeln.


In Deutschland sind Massey Ferguson und seine Vorgängerfirmen vertreten, seit Massey Harris 1886 ein Verkaufsbüro in Berlin eröffnete. Vor dem Zweiten Weltkrieg produzierte das Unternehmen außerdem Mähdrescher in einem Werk in Köln-Westhoven. Diese Produktion wurde nach dem Krieg an einen ehemaligen Militärstandort in Eschwege verlegt, wo bis zum Ende der 1970er Jahre Mähdrescher entstanden. 1970 stieg Massey Ferguson außerdem mit 30 Prozent beim deutschen Traktorbauer Eicher (siehe hier) ein, drei Jahre später übernahm Ferguson Eicher komplett, verkaufte die Firma aber schon 1982 wieder. Ähnlich lief es bei dem deutschen Baumaschinenhersteller Hanomag, den Massey Ferguson 1974 übernahm, aber schon 1980 wieder an die IBH-Holding verkaufte.


Heute ist Massey Ferguson eine weltweit vertriebene Marke der AGCO AG mit Hauptsitz in Duluth, USA. Immer noch gehören Traktoren, Mähdrescher und andere landwirtschaftliche Geräte zur Produktpalette. Die Deutschland-Zentrale der Firma befindet sich seit 2007 in Marktoberdorf.