Maschinenfabrik Grevenbroich

Die Maschinenfabrik Grevenbroich AG war um die Jahrhundertwende das größte Unternehmen der Stadt Grevenbroich. Richard Uhlhorn übernahm 1877 den Betrieb seines Vaters und produzierte, auf Anregung seines Freundes Hermann Friedrich Hundhausen, Zuckermaschinen. Ein Jahr später trat Hundhausen als Teilhaber in das Unternehmen ein. Die Firma lautete seitdem R. Uhlhorn & Hundhausen. Nach dem plötzlichen Tod des Richard Uhlhorn im Mai 1878, wurde der bekannte Kölner Eugen Langen Teilhaber des Unternehmens. Daraufhin wurde die Gesellschaft Langen & Hundhausen in das Handelsregister aufgenommen.

Aus kleinen Anfängen mit etwa 20 Mitarbeitern entwickelten sich die Geschäfte recht flott. Einer der ersten größeren Aufträge war der Zuckerfabrikausbau in Elsdorf.

Nach dem Tode Hundhausens 1883 war nun der alleinige Besitzer die Familie Langen, die die Gesellschaft in eine AG umgründete.

Bis zum Jahr 1890 konnte jedes Jahr ein durchschnittlicher Gewinn von 13 % hervorgetragen werden. Motor dieses Erfolges war Eugen Langen, der zahlreich Patente auf dem Gebiet der Zuckertechnik durch die Maschinenfabrik Grevenbroich verwerten ließ. Zudem erwarb Herr Langen von dem Wiener Chemiker Karl Steffen das sogenannte „Steffen`sche Ausscheidungsverfahren“. Damit besaß die Maschinenfabrik Grevenbroich die alleinigen Ausführungsrechte für den Westen Deutschlands und versorgte die Mehrzahl der Zuckerfabriken mit den benötigten Einrichtungen. Weitere Erfindungen Steffens brachten dem Unternehmen belangreiche Aufträge.

Viele Rüben- und Rohrzuckerfabriken sowie Zuckerraffinerien in Deutschland sowie im europäischen und außereuropäischen Ausland wurden von der Maschinenfabrik Grevenbroich errichtet, u.a. auch die Zuckerfabrik in Salinas (Kalifornien), Die damalige tägliche Verarbeitungskapazität von über 5.000 Tonnen Rüben, galt als größte Zuckerfabrik der Welt. Auch die geschäftliche Zusammenarbeit mit dem holländischen Zuckerfachmann F.H. Eydmann brachten viele Aufträge für Holland, Surinam / Holl. Westindien sowie Java (Indonesien).

Frühzeitig erkannte Langen die Gefahren der Konjunkturabhängigkeit und erweiterte deshalb nach und nach das Fabrikationsprogramm. 1887 wurde die Leibziger Maschinenfabrik und Kupferwerkstätte Eduard Theisen übernommen. In erster Linie wurden hier die patentierten Fabrikationen von Theisen, wie Kondensations-, Verdampfungs-, Trocken- und Kühlapparate betrieben. Weitere Fabrikationszweige kamen bis zur Jahrhundertwende dazu, inbegriffen waren Dampfmaschinen- und Pumpenbau, Wärme-Austauschapparate und Wasserreiniger.

Vor allem der amerikanische Markt war von besonders großer Bedeutung. Deshalb wurde 1897 am Broadway eine Niederlassung der Maschinenfabrik Grevenbroich AG eingerichtet.

In den Jahre 1898, 1920 sowie 1922 wurde das Unternehmen von größeren Bränden heimgesucht. Besonders schlimm war das Unglück im Januar 1898, bei dem ein Todesopfer zu beklagen war.

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde das eigentliche Arbeitsprogramm stark eingeschränkt und der Betrieb auf die Produktion von Gußkörpern, wie Granaten, Seeminengefäße und Torpedohüllen umgestellt. Zudem wurden Anlagen zur Herstellung von Kraftfutter gefertigt, deren Produktion im Interesse der Futterversorgung von Staatswegen gefördert wurde.

Durch die Vereinigung der Firmen Maschinenfabrik Grevenbroich, Maschinenfabrik Buckau und R. Wolf im Jahr 1928 entstand die Buckkau R. Wolf AG. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die Entwicklung 1968 zur Eingliederung und 1978 zur Umwandlung der Maschinenfabrik Grevenbroich AG auf ihre Muttergesellschaft Buckkau R. Wolf AG. Ein traditionsreicher Firmenname war damit verschwunden.

1972 übernahm die Firma Krupp die Buckau-R. Wolf AG. Über zwei Jahrzehnte folgten Restrukturierungen, Devestitionen und Gesellschafterwechsel.

Seit 1998 werden die Produktlinie Buckau-Wolf Sugar Technology und Supraton Mixing Technology in der BWS Technologie GmbH als inhabergeführtes Unternehmen am Standort Grevenbroich fortgeführt