Kluckhohn

Die Wurzeln des Unternehmens lagen im Schmiedehandwerk. Karl Kluckhohn (1796-1866) war Landwirt und Schmied in Bavenhausen. Sein Sohn Wilhelm (1823-1890) siedelte nach Ehrsen über und gründete dort eine eigene Schmiede. Wilhelms ältester Sohn Karl übernahm später das Unternehmen des Vaters, während der jüngste von den vier Söhnen Wilhelms August (1850-1898) eine eigene Schmiedewerkstatt 1876 in Lage gründete.

Das Unternehmen entwickelte sich gut und aus der handwerklich orientierten Schmiedewerkstatt wurde ein größeres Unternehmen, das sich auf landwirtschaftliche Geräte konzentrierte. Kluckhohn stellte bei der Lippischen Gewerbeausstellung im Jahr 1881 in Detmold sein Angebot vor und erhielt die Bronzene Medaille. 1882 lobte die Presse seinen „Grubber“, der bei der Ausstellung landwirtschaftlicher Geräte in Badbergen vorgestellt wurde. August Kluckhohn nahm häufig mit Erfolg an den Ausstellungen der DLG teil.  In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Landmaschinen. August Kluckhohn erweiterte den Betrieb und investierte in Dampfmaschinen.

1895 wurde aus der „Landwirtschaftlichen Geräteschmiederei“ eine „Lipp. Pflugfabrik  A. Kluckhohn in Lage“. August Kluckhohn starb 1898 und das Unternehmen aus ca. 5 Arbeitern wurde von seiner Frau Henriette weitergeführt, bis ihre Söhne August und Paul 1912 die Geschäftsleitung übernahmen und das Unternehmen in eine „Offene Handelsgesellschaft“ umfirmierten. Paul fiel im Ersten Weltkrieg, August wurde alleiniger Eigentümer des Unternehmens und 1920 die „Offene Handelsgesellschaft“ aufgelöst. Zu diesem Zeitpunkt  arbeiteten bei Kluckhohn bereits 40 Beschäftigte, was möglicherweise auf  die Erweiterung der Produktion auf die Kriegsmaterialien während des Ersten Weltkrieges zurückzuführen war.

Da die Herstellung von Landmaschinen nach dem 1. Weltkrieg allgemein als sehr lohnend angesehen wurde, kam es zu zahlreichen Neugründungen und Produktionserweiterungen. Die Realität entwickelte sich aber nicht so günstig für viele Betriebe, so dass spätestens 1923 deutliche Überkapazitäten entstanden waren. Kluckhohn fuhr weiter zu den Ausstellungen und konnte mit Erfolg seine Geräte präsentieren. Sogar die Kunden im Ausland belieferte Kluckhohn. 1920 wurde zum Beispiel ein drei Tonnen schwerer Pflug nach Rom verkauft. Das Unternehmen erzielte trotzt der gesamtwirtschaftlich schwierigen Situation gute Gewinne und plante 1925 ein Grundstück zur Erweiterung der Produktion in der Nähe der Eisenbahn zu erwerben. 1929 beendeten der Börsenkrach in New York und die darauf folgende Weltwirtschaftskrise die goldenen 20er Jahre. Nun setzte der Niedergang der Lippischen Pflugfabrik ein. Weil Kaufkraft Kluckhohns Kunden stark nachgelassen hatte, war er nicht mehr in der Lage seine Steuern zu zahlen und musste 1930 das Haus an der Schulstraße  an die Brauerei verkaufen. Ein anderes Haus und ein 4.000 m2 großes, unbebautes Grundstück wurden 1931  versteigert. 1933 wurde Kluckhohn für zahlungsunfähig erklärt und starb noch im gleichen Jahr. Seine Frau konnte den Besitz nicht mehr halten und so kam es zur Zwangsversteigerung. So endete die Geschichte  der „Lippischen Pflugfabrik“.