IHC (McCormick)

McCormick ist eine Landmaschinen- und Traktoren-Marke (Trade Name). Marke und Trade Name gehören seit 1999 der italienischen Argo-Gruppe (Landini Traktoren).

Die Ursprünge der McCormick-Traktoren liegen im US-Bundesstaat Virginia: Hier entwickelte Cyrus Hall McCormick aus Plänen seines Vaters den ersten Getreidemäher der Welt. Wenig später gründeten er und seine Brüder einen eigenen Betrieb zur Herstellung von Landmaschinen, 1884 entstand daraus die McCormick Harvesting Machine Company. Zusammen mit der Deering Harvester Company, der Plano Harvester Co., der Milwaukee Harvester Co. und der Bushnell & Glessner Co. ging diese im Jahr 1902 in der International Harvester Company (IHC) auf.

IHC war auf dem US-Amerikanischen Markt überaus erfolgreich und erreichte dort zeitweise Marktanteile  im Erntemaschinenbereich von 90%. Nachdem das Unternehmen seine Produkte schon viele Jahre nach Deutschland exportierte, eröffnete es 1908 eine eigene Produktionsstätte für Getreide- und  Gras-Erntemaschinen sowie Bindegarn in Neuss am Rhein.

Während des Zweiten Weltkrieges waren die Verhältnisse auch für IHC in Deutschland sehr schwierig, nach dessen Ende jedoch florierte das Geschäft.

Während in Neuss weiter Landmaschinen und Ende der 1940ger Jahre auch Traktoren produziert wurden, eröffnete IHC 1957 in Heidelberg eine Produktionsstätte für Baumaschinen. Später, Anfang der 1960ger Jahre, wurde auf dem Gelände der Baumaschinenproduktion in Heidelberg das Zentralersatzteillager für Deutschland errichtet. In den 1970ger Jahren wurde IHC bei Traktoren die Nr. 1 in Deutschland und erreichte im Jahr 1975 einen Marktanteil von 22,6 %. Kein Traktorenhersteller wird diesen Marktanteil in der Folgezeit, bis zumindest 2019, in Deutschland wieder erreichen.

Nach einjährigem Streik der UAW (United Autoworkers Union/ US Gewerkschaft), während dessen keine Maschinen und Ersatzteile in USA die Werke verlassen konnten, und einem dramatischen Abschwung der US-Landmaschinen-Märkte, geriet IHC in finanzielle Schieflage und der Landmaschinen- und Traktoren-Bereich wurde 1985 vom Tenneco/Case Konzern übernommen. Die Übernahme betraf alle Werke und Verkaufshäuser weltweit. Die neue Marke dieses Konzerns war „Case IH“.

Die Marke (Trademark) „McCormick“ wurde in der Folgezeit bis 2001 nicht mehr verwendet.

Auch der Tenneco Konzern geriet in der Folgezeit in finanzielle Schwierigkeiten. 1997 lief in Neuss der letzte Schlepper vom Band - ein Maxxtra 5150. Er erreichte zwar nicht den Kultstatus seines größeren Bruders Magnum, ist mit mehr als 67.000 gebauten Exemplaren aber ein Beleg dafür, dass Case IH mit der Baureihe 5100 ein großer Wurf gelang. Das Traktorenwerk in Neuss am Rhein wurde im gleichen Jahr geschlossen und die Fabrikation ins Werk Doncaster, UK, verlagert.

1999 übernahm die Fiat Gruppe die weltweiten Case IH Werke und Verkaufshäuser.

Case IH war nun die Marke der Division CNH Global,  zu der auch die New Holland Traktoren und Landmaschinen gehörten. Beide Marken CASE IH und New Holland wurden getrennt geführt und traten auf dem Markt gegeneinander an.

2011 wurde der CNH-Global-Bereich aus dem Fiat Konzern abgespalten und wurde mit weiteren neuen Geschäftsfeldern des Fiat Konzerns zur CNH Industrial. Zu diesem neuen Konzern gehörten Case New Holland, mit den Marken Case IH und Steyr Traktoren und New Holland, Land- und Baumaschinen, Iveco Trucks, Fiat Power Trains / Motoren und Antriebsstränge(FPT).

In 2019 wurde bekannt, dass CNH Industrial börsentechnisch aufgeteilt werden soll, sodass dann IVECO Trucks und Busse in einer eigenen separaten Aktiengesellschaft geführt werden sollen. Dies soll 2020 vollzogen werden.

Es entstehen somit ein reiner Landmaschinen und Baumaschinen Konzern CNH Industrial und ein Konzern IVECO Trucks und Busse.

Im Rahmen der Übernahme Case IH 1999 musste sich die Fiat Gruppe aufgrund kartellrechtlicher Vorgaben von einigen  CASE IH Landmaschinen-Aktivitäten trennen, so auch von den Traktoren-Werken in Doncaster,UK und St. Dixier in Frankreich. Diese wurden von der Argo Gruppe, Italien, (Traktoren Produktion Landini) übernommen.

Argo führte die Marke/Trademark „McCormick „  2001 für Traktoren  aus der Produktion Doncaster und St. Dixier (Getriebewerk) wieder ein.  2007 schloss Argo das Werk Doncaster.