Holthaus

Um 1850 übernahm der gelernte Tischler Bernhard Holthaus den Betrieb seines Vaters und gründete dort seine eigene Firma „B. Holthaus“. In den folgenden Jahren konnte er diese ständig erweitern und baute etwa eine Schmiede, eine Schlosserei und eine Dreherei.

Im Jahr 1864 fertigte das Unternehmen die erste Dreschmaschine der Gegend, ein großer Erfolg, der zu seinem weiteren Wachstum beitrug. 1880 beschäftigte Holthaus bereits über 40 Arbeiter, 1886 übernahm Bernhard Holthaus Jr. die Firma, vergrößerte und modernisierte sie weiter, bis 1891 ein Feuer einen großen Teil der Anlage zerstörte. Doch auch dieses, sowie ein Wirbelsturm und ein weiteres Feuer hielten das Wachstum der Firma Holthaus nicht auf, die sich bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs stetig vergrößerte.

Während der Kriegsjahre allerdings kam die Produktion zeitweise zum Erliegen, da viele Arbeiter zum Kriegsdienst einberufen wurden. Der Betrieb konnte sich trotz Versorgungsengpässen und Wohnungsnot nach Kriegsende schnell wieder aufrappeln und erlebe zu Beginn der 1920er Jahre seine Blütezeit mit bis zu 480 Beschäftigten.

Doch auch die Weltwirtschaftskrise ging an der Firma Holthaus nicht spurlos vorbei, die einen Rückgang der Aufträge zu verzeichnen hatte und viele Arbeiter entließ. Erst durch politische Maßnahmen der NSDAP, sowie durch Staats und Heeresaufträge erfuhr das Dinklager Unternehmen wieder einen Aufschwung. Fast alle Arbeiter traten in die NSDAP ein und Holthaus wurde zu einem nationalsozialistischen Musterbetrieb.

Zu Anfang des Zweiten Weltkriegs hatte die Firma deshalb bei guter Auftragslage genügend Produktionsmittel und fertigte vorwiegend Wagen für das Militär. Die Produktion landwirtschaftlicher Maschinen rückte nun in den Hintergrund. Mit Dauer des Krieges wuchs aber auch bei der Firma Holhaus der Mangel an Arbeitskräften, weshalb viele Frauen und osteuropäische Zwangsarbeiter im Betrieb eingesetzt wurden.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatte Holthaus eine Umstrukturierung bitter nötig. Doch trotz des Versuchs, den Betrieb durch die Weiterentwicklung von Landmaschinen und der Produktion verschiedenster Güter (wie etwa Kugelköpfe, Kugelpfannen, Reklamesäulen und Kleindrescher) zu retten, ging das Unternehmen 1955 in Konkurs.

Zunächst übernahm die Firma Wehrhahn nun die Produktionsstätten und stellte dort Sägegatter, Maschinenteile, Seilzugbagger, Ladegeräte und Hydraulikbagger her, aber auch sie musste 1976 aufgeben.

Es folgte ein Versuch der Firma Gustav Lauterjung aus Solingen, die Stätten gewinnbringend zu nutzen, der ebenfalls scheiterte. So schlossen die Produktionsstätten in Dinklage 1980 endgültig ihre Tore.