Flöther, Theodor

Theodor Flöther gründete 1854 in Gassen (heute Jasien, Polen) eine Schmiede für die Reparatur von Landtechnik. 1870 wurde der Handwerksbetrieb in eine Landmaschinenfabrik mit Serienfertigung umgewandelt, die Anfang der 1880er Jahren etwa 300 Beschäftigte und bereits mehrere Zweigwerke, darunter in Breslau und Dirschau, hatte. 1889 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft mit dem Firmennamen „Maschinenbauanstalt & Eisengießerei vorm. Flöther AG“. In der Folgezeit entwickelte sich das Unternehmen auf der Grundlage eines breiten und anspruchsvollen Erzeugnissortimentes zu einem der größten Landmaschinenhersteller seiner Zeit. Nach dem Tod des Firmengründers im Jahre 1891 übernahm sein Weggefährte Hermann Weichhardt die Leitung des Unternehmens. Es gehörte 1897 zu den 16 Gründungsfirmen des „Vereins der Fabrikanten landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte“ in Leipzig. Nachfolger von Hermann Weichhardt, der 1905 verstarb, wurde dessen Sohn Georg Weichhardt.

Anfang des 20. Jahrhunderts war das Unternehmen mit modernster Technik ausgestattet, darunter 4 Dampfmaschinen und 2 Lokomobilen von zusammen 1000 PS, 6 Dampfkessel, eine elektrische Zentrale für Betrieb und Beleuchtung, 4 Elektrogeneratoren, 34 Elektroantriebe, 4 Schmiedemaschinen, 6 Dampfhämmer, 4 Schmelzöfen, 11 Temperöfen, hydraulische Formmaschinen und etwa 500 Maschinen für die Metall- und Holzbearbeitung. Bei weiterem Wachstum gehörte die Firma Flöther um 1920 in Deutschland zu den fünf größten Unternehmen der Branche. In Verbindung mit der Weltwirtschaftskrise geriet das Unternehmen Ende der 1920er Jahre in Schwierigkeiten. Die Zahl der Beschäftigten reduzierte sich auf etwa 10 %. Nach dem Konkurs im Jahre 1931 erfolgte eine Neugründung, die nun unter „Neue Flöther Landmaschinen AG“ bzw. „Th. Flöther Maschinenbau AG“ firmierte. 1938 wurde das Unternehmen von der Firma Herrmann Raussendorf, Singwitz, übernommen. Anfang der 1940er Jahre gab es wieder etwa 800 Beschäftigte, wobei neben Landmaschinen vor allem Militärtechnik produziert wurde. Mit dem Kriegsende 1945 endet auch die Geschichte der Firma Flöther.