Ferguson, Henry

Henry George Ferguson war ein irischer Ingenieur und Erfinder. Sein älterer Bruder Joe betrieb in Belfast eine Werkstatt, in der Henry den Beruf des Mechanikers erlernte. Zu Anfang befasste er sich mit Motorrädern und Automobilen. Später an der Universität Belfast begann sein Interesse für die Fliegerei. So konstruierte Ferguson 1908 ein eigenes Flugzeug, mit dem er eine Strecke von 120 Metern zurücklegte.

Im Jahre 1911 gründete er in Belfast das Unternehmen May Street Motors, welches später zu Harry Ferguson umbenannt wurde, und befasste sich zunächst mit der Herstellung landwirtschaftlicher Geräte. Große Bekanntheit erlange Ferguson vor allem durch den Belfast, einem radlosen Pflug, der mit einem Traktor verbunden werden konnte. 1916 entstand  der erste Traktor.

Nach dem Ersten Weltkrieg beschäftigte Ferguson sich hauptsächlich mit der Konstruktion von Traktoren. Diese wurden anfänglich von Coventry Climax, in den 30er Jahren dann von David Brown produziert. Das Geschäftsverhältnis zu Brown zerbrach 1937, und Ferguson siedelte in die USA. Dort produzierte Ford bis 1945 Ford-Ferguson-N9-Traktoren. Doch auch dieses Verhältnis hielt nicht lange und zerbrach 1945, als Henry Ford II die Produktion von landwirtschaftlichen Geräten einstellte. In Folge dessen kam es zu einem jahrelangen Rechtsstreit, der erst 1952 zu Ende ging.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Ferguson nach Großbritannien zurück, wo die Standard Motor Company ab 1946 seine Traktoren in großer Serie produzierte. 1953 fusionierte Ferguson sein Unternehmen mit der Firma Massey-Harris zu „Massey – Harris Ferguson“, welches seit 1958 unter dem Namen Massey – Ferguson firmiert.