Fella Werke

1918 gründeten Josef Hackl und Albert Löffler eine Fabrik, die Bayerische Eggenfabrik, zur Herstellung von Eggen. Kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges wollte man mehr als nur Eggen produzieren und so wurde das Unternehmen in Fella (von arab. Fellache: Mensch, der Boden bearbeitet) umbenannt. Es dauerte nicht lange und das Produktportfolio wurde um Pflüge, Vorderkarren, Grubber und Kultivatoren ergänzt. Dabei blieb es nicht. In den Jahren 1923 bis 1931 kaufte Fella ein Unternehmen für Lastwagen und übernahm die in den Konkurs gegangene Augsburger Landmaschinenfabrik Epple & Buxmann. Damit stiegen sie in die Produktion von Erntemaschine – Grasmäher, Heuwender, Pferdereche  – ein. 1932 übernahmen sie zusätzlich die Getreidemäher-Sparte der Deutschen Industrie-Werke aus Berlin. Fella war gezielt zu einem Premiumanbieter der Bodenbearbeitung, Halmfutter- und Getreideernte geworden. Das Kapital für die Erweiterungen steuerte im Wesentlichen die Eisenwerksgesellschaft Maximilianshütte Sulzbach-Rosenberg bei. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1953 ein Aufbereiter mit Zinkenrotor vorgestellt und 1954 wurde der Jupiter eingeführt, ein Mähdrescher in gezogener und selbstfahrender Variante. Diese Kombi-Erntemaschine war sehr modern für die damalige Zeit und konnte verschiedene Getreidearten verarbeiten. Er erlangte allerdings nie den ganz großen Durchbruch. 1971 wurde aus dem Nachlass der insolventen Landmaschinenfabrik Stille aus Münster das Stallmiststreuer-Programm erworben. In den 80er Jahren beschloss man allerdings, sich mehr auf Qualität als auf Quantität zu konzentrieren und der Fokus der Produkte lag fortan auf Halmfuttermaschinen und Siloblockschneider. Fella hat seitdem weitere technische Innovationen in diesem Bereich präsentiert, so z. B. den weltweit größten Scheibenmäher mit einer Arbeitsbreite von 10,34 m, Heuwender mit 11 m und 13 m Arbeitsbreite und den Vierkreisel-Schwader TS 4000.

Die Fella-Werke haben auch zahlreiche Management-Veränderungen erlebt: 1944 erwarb Friedrich Flick, Eigentümer der Eisenwerksgesellschaft Maximilianshütte Sulzbach-Rosenberg, das Unternehmen als einziges ziviles Unternehmen im Flick-Konzern. Im Rahmen einer Umgliederung wurde es 1959 an Hugo Stinnes jr., einem weiteren Montanmagnaten von der Ruhr, verkauft. Dieser scheiterte jedoch und mit der Abwicklung seines Unternehmens kam Fella 1964 in Besitz der Bank für Gemeinwirtschaft und von dort zu Fichtel & Sachs. 1987 übernahm Mannesmann die Sachs-Gruppe. Im Rahmen eines Management-Buy-outs gelangte Fella schon ein Jahr später in die Hände der Familie Timmermann. 1999 wurde das Unternehmen an die niederländische Investorengruppe Netagco (Netherlands Agricultural Companies) verkauft, 2004 wurde Fella von der italienischen ARGO gekauft, die ihr Tochterunternehmen Laverda zur Muttergesellschaft von Fella machte. 2007 musste ARGO 50 % von Laverda an die nordamerikanische AGCO verkaufen, und Ende 2010 gab AGCO seine Absicht bekannt, die verbleibenden Anteile an Laverda und damit auch die Fella-Werke zu kaufen. 2015 machte die Fendt-Mutter AGCO aus Fella die AGCO Feucht GmbH, deren Produkte sich heute als Teil einer großen Unternehmensfamilie im Fella-, Fendt- und MF-Gewand präsentieren.