Eberhardt

Wilhelm und Albert Eberhardt gründeten 1854 gemeinsam eine Werkstatt für feine und solide Kutschen. Bereits fünf Jahre später entwickelte Wilhelm seinen ersten Pflug komplett aus Eisen, mit dem er auf einer Ausstellung in Zürich den 1. Preis gewann. Schnell entwickelte sich das Geschäft mit Pflügen und Kutschen, sodass die Produktionseinrichtungen vergrößert werden mussten. Die Eberhardschen Kutschen und Pflüge wurden dank ihrer hervorragenden Qualität vielfach ausgezeichnet, und um 1880 wurden bereits bis zu 30.000 pro Jahr fertig gestellt.

In den Jahren 1886 und 1887 starben dann kurz hintereinander die beiden Firmengründer. Danach übernahm Albert, der Sohn von Wilhelm die Gestaltung. Er verbesserte seine Pflüge, indem er hochwertigen Stahl einsetzte. Das Programm entwickelt schließlich neben Schwingpflügen auch Stelzpflüge, Karrenpflüge und Drehpflüge, die auch mit mehreren Scharen ausgestattet waren. Außerdem wurden auch Grubber mit aufgenommen. Auch Albert erhielt mehrere Auszeichnungen: 1908 den Titel Kommerzienrat und 1923 den Ehrendoktor von der Universität Hohenheim. Die Geschäfte expandierten weiter, und mit ihnen der Export, zuerst nach Ost- und Südeuropa, dann auch nach Südafrika und Südamerika.

1921 übergab Albert die Geschäftsführung an seinen Sohn Rudolf, der das Unternehmen zum größten europäischen Hersteller von Bodenbearbeitungsgeräte machte - Scheibeneggen, Federzinkengrubber und Fräsen wurden im Laufe der Jahre ins Produktionsprogramm mit aufgenommen.Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Ulmer Werk durch Bomben zerstört, die allerdings nach dem Krieg wieder aufgebaut werden konnten.  Nach dem Tod vom kinderlosen Rudolf Eberhardt traten die beiden Neffen seine Nachfolge an, die allerdings nicht die notwendigen unternehmerischen Fähigkeiten einbrachten. So verlor Firma Eberhardt an Marktanteilen und geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Man entschloss sich, dass gesamte Werk von der Stadt nach außerhalb zu verlegen und zu verkleinern. Allerdings führten Planungsfehler dabei zur zusätzlichen Aufwendungen, und so wurdedas Unternehmen 1980 an die Brüder Bidell abgegeben und nach Waldstetten verlagert.

1999 war die Bidell-Gruppe insolvent, und Thomas Bidell gründete mit der Konkursmasse die Eberhardt-Mengele-Productions GmbH (EMP).

Nach dem Konkurs der EMP im Jahr 2003 wurden alle Namens- und Patentrechte von der Firma Bohnacker erworben.

2006 kaufte die Eberhardt GmbH Pflugfabrik in Linthe die Firma Eberhardt Pflugfabrik von der Bohnacker AG Mengele Agrartechnik in Waldstetten.

Am 7. November 2007 meldete die Eberhardt GmbH in Linthe Insolvenz an.

Heute werden wieder Bodenbearbeitungsgeräte unter dem Namen Eberhardt von der Bidell GmbH vertrieben. Die Produktpalette umfasst nebst Bodenbearbeitungsgeräten ein breites Spektrum an landwirtschaftlichen Geräten.