Deutz (KHD)

Die Firma Deutz wurde 1864 in einer ehemaligen Ölmühle hinter dem Kölner Hauptbahnhof gegründet und kann als ältestes Motorenwerk der Welt angesehen werden. Nach einem ihrer Gründer benannt, hieß sie zunächst N.A. Otto & Cie. 1869 änderte sie ihren Namen auf Langen, Otto & Roosen und zog um nach Köln-Deutz. Kurze Zeit später wurde aus dieser Firma die Gasmotoren-Fabrik Deutz AG gegründet. Zu den leitenden Mitarbeitern gehörten zu dieser Zeit unter anderem Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach.
Mit der Entwicklung von Viertaktmotoren begann das Unternehmen 1876, in den Folgejahren vergrößerte sich das Produktionsprogramm fortlaufend. So wurden etwa Lokomotiven, Otto- und stationäre Dieselmotoren gefertigt, Letztere in Lizenz der Firma MAN. 1906 begann Deutz außerdem mit der Serienfertigung von Automobilen. Erst nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich die Agrartechnik zu einem der wichtigsten Standbeine des Unternehmens.

1930 fusionierte die Deutz AG dann mit der Maschinenbauanstalt Humboldt AG und der Motorenfabrik Oberursel AG zur Humboltz-Deutzmotoren AG und übernahm 1936 außerdem die Magirus in Ulm. Nun war der Bau vollständiger LKW, Busse und Feuerwehrfahrzeuge möglich. 1938 schloss Deutz eine Interessengemeinschaft mit der Klöckner-Werke AG Duisburg zur Klöckner-Humboldt Deutz AG (KHD).

Während des Zweiten Weltkriegs produzierte Deutz vorwiegend Rüstungsgüter, bevor 1948 der erste luftgekühlte Dieselmotor des Unternehmens auf den Markt kam. Nach Übernahme der Vereinigten Westdeutschen Waggonfabrik AG 1959, fertigte Deutz einige Jahre lang auch Straßenbahnwagen. In den folgenden Jahren vergrößerte die Firma sich weiter, übernahm Aktien der Firma Fahr in Gottmadingen, sowie das Unternehmen Ködel&Böhm (1968) und die Sparte Ersatzteilversorgung für Traktoren von Güldner.

1979 wurde der Name der Firma in KHD Humboldt Wedag geändert. Große Investitionen schwächten sie in den Folgejahren, Verhandlungen mit Daimler-Benz scheiterten. 1975 gliederte KHD seine Nutzfahrzeugsparte in die Firma Iveco ein, die zu 80% FIAT gehörte. Im selben Jahr übernahm KHD die Firma Fahr und etablierte auf dem Landmaschinenmarkt nun die Marke Deutz-Fahr. Auch die Motorenwerke Mannheim und die Landmaschinensparte von Allis-Chalmers gehörten bald zum Unternehmen, letztere wurde allerdings bald wieder veräußert.

1995 verkauft KHD seinen Agrartechnikbereich mit der Marke Deutz-Fahr an die italienische SAME-Gruppe. Nach finanziellen Problemen benannte der Konzern sich 1997 wieder um in Deutz AG.

Die Mannheimer Tochtergesellschaft, entstanden aus den Motorenwerken Mannheim wurde in Mannheim Deutz Power Systems GmbH & Co KG umbenannt, diese gehört seit 2007 aber der 3i Group. Im selben Jahr verlegte Deutz seinen Stammsitz von Köln-Mülheim nach Köln Porz. Auch heute produziert das weiterhin weltweit agierende Unternehmen dort Motoren.