Bayerische Pflugfabrik

Bereits 1883 begann Adolf Buck in Landsberg mit dem Bau landwirtschaftlichen Geräts. Aber erst 1891, mit dem Einstieg Johann Georg Doblers und der Gründung der Bayerischen Pflugfabrik, begann der Aufschwung des Unternehmens. Frisches Geld, viele Ideen und Patente sowie clevere Vermarktungsstrategien führten rasch zu Erfolg. Bereits 1901 waren 100.000 Pflüge ausgeliefert, 1914 waren es schon 250.000. Man zählte, wenn es um Bodenbearbeitung ging, zu den Großen im Deutschen Reich.

Einen Einschnitt brachte jedoch der Erste Weltkrieg, in dessen Konsequenz sich die Landsberger mit der Münchener Eggenfabrik aus Pasing zur Vereinigten Landsberger Pflug- und Münchener Eggenfabrik AG zusammenschließen. Damit änderten sich auch die Besitzverhältnisse, denn die AG gehörte zum Konzern der Gebrüder Stumm, einer der reichsten Familien Deutschlands. Das Unternehmen konnte seine Produkte kontinuierlich weiterentwickeln und zu den verschiedensten Arten von Pflügen kamen Eggen, Häufelpflüge, Grubber und ähnliches, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Der Münchener Firmenteil wurde 1930 an die Reichsbahn verkauft.

Der Zweite Weltkrieg machte aus der Firma zwangsweise einen Rüstungsbetrieb. Ein Neubeginn war trotz Unzerstörtheit nicht so einfach: der Mangel an Werkzeug­maschinen, Material und Facharbeitern war allgegenwärtig. Dennoch stellten sich bald wieder die Erfolge ein und früher als der Wettbewerb erkannte das Unternehmen die Bedeutung der Dreipunktaufhängung. Zur Diversifizierung kam 1953 die Heuerntetechnik mit ins Portfolio und der Sternradwender wurde zum Verkaufsschlager. Ladewagen und Feldhäcksler ergänzten die Produktpalette.

1974 geriet das Unternehmen schuldlos unter die Räder: Der fulminante Konkurs der Eignerfamilie Stumm entzog den Landsbergern über Nacht das sicher geglaubte Fundament. Der österreichische Landmaschinenhersteller Pöttinger übernahm daraufhin das Unternehmen auf unspektakulärer Weise. Das Herzstück, die Pflugproduktion, wurde nach Grieskirchen verlegt und aus der Fabrik wurde  ein Service-Stützpunkt. Ein Stück traditionsreiche deutsche Landtechnik fand somit ihr Ende.