Bamfords

Die lange und ereignisreiche Geschichte des Familienunternehmen Bamfords Limited begann bereits 1845. Inzwischen gibt es die Firma selbst nicht mehr, aus ihrer Schwesterfirma J.C. Bamfords Excavators Limited entwickelte sich der weltweit tätige Bau-, Industrie- und Landmaschinenhersteller JCB. Beide Unternehmen befanden sich durchgehend im Besitz der Familie Bamford.

Die Geschichte der Firmen begann 1845, als Henry Bamford auf einem Grundstück seines Schwiegervaters eine Eisenwarenhandlung eröffnete. Bald begann Samuel Bamford dort mit der Konstruktion kleiner Haushaltsgeräte. Einige Jahre später, 1871, gründeten Henry Bamford und sein Sohn Samuel die Firma Bamfords Limited.

Zunächst hatte das Unternehmen nur sechs Mitarbeiter, die vorwiegend Pferdegeschirre und Heumaschinen fertigten. Dank steigender Nachfrage stieg die Mitarbeiterzahl in den nächsten Jahren auf 30 an. 1882 stiegen Henry Bamfords andere Söhne John, Henry Junior, Robert und Joseph Bamford in das Unternehmen ein, im gleichen Jahr kam die erste Mähmaschine von Bamfords Ltd. auf den Markt.

Joseph Bamford verließ das Stammwerk allerdings schon 1883 wieder und wurde für einige Jahre Manager der Lichfield Agricultural Company, die Bamfords kurz zuvor übernommen hatte. Im Jahr 1896 starb Gründer Henry Bamford, im selben Jahr stiegen auch Samuel Bamfords Söhne Henry und Oswald ins Unternehmen ein.

In den folgenden Jahren vergrößerte die Bamfords Ltd. Sowohl ihr Produktionsprogramm, als auch ihr Firmengelände kontinuierlich, 1905 stiegen auch Joseph Bamfords Söhne Cyril und Gerald in die Firma ein. 1910 brachte die Bamfords Ltd. Ihren ersten Schwader auf den Markt.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs trat die Bamfords Ltd. dem Central Munitions Committee bei und stellte teilweise auf Rüstungsproduktion um, wobei Landmaschinen immer noch die oberste Priorität hatten. Nach Ende des Krieges, 1920 begann das Unternehmen mit der Fertigung der ersten Motoren und wurde außerdem eingeladen, dem Kombinat „Agricultural and General Engineers Ltd.“ beizutreten, lehnte dies aber ab. Das Kombinat wurde einige Jahre später liquidiert.

Bald danach ergänzte der Triumph Kartoffelernter Bamfords Fertigungspalette, bevor 1927 eine Flut große Teile der Betriebsstätten stark beschädigte. Auch während des Zweiten Weltkriegs gab es einige Probleme: Fertigungsmaterial war knapp, sodass Bamfords seine Produktion Mäher beschränken musste. Außerdem übernahm Daimler einen Teil der Fabriken, um dort Panzerspähwagen zu bauen.

Joseph Bamford verließ in diesen Jahren den Betrieb und gründete 1945 die J.C. Bamford (Excavators) Limited (JCB) eine Fabrik für Bodenbearbeitungsmaschinen. Rupert, John, Vincent und Richard Bamfords, alle Enkel des Firmengründers, leiteten nun die Stammfirma. Ab 1955 übernahm Vincent Bamford die Firma schließlich allein.

Bamfotds Ltd. produzierte inzwischen auch Ballenpressen in Lizenz der Long Manufacturing Company of Tarbobo, USA und war einziger Importeur der norwegischen Kverneland-Pflüge. 1967 startete die JCB einen Versuch, die Bamfords Limited zu übernehmen, der jedoch am Widerstand der Geschäftsführer scheiterte.

JCB übernahm daraufhin 1968 den Baumaschinenhersteller Chaseside und entwickelte sich bis heute zum drittgrößten Produzenten für Baumaschinen weltweit mit 22 Werken in verschiedenen Ländern. Das Unternehmen ist nach wie vor in den Händen der Familie Bamford, Vorstandsvorsitzender ist aktuell Sir Anthony Bamford.

Die Bamfords Ltd. hingegen wurde 1987 liquidiert.